Sonntag, 17. November 2013

Mercato de Abastos

Hola! Da bin ich wieder. Heute ist Sonntag, der schönste Tag der Woche. Für mich nicht nur weil Wochenende ist, sondern weil ich quasi jeden Sonntagmorgen auf den Markt in Panama City gehe und mein Obst und Gemüse für die Woche kaufe. Panamá bietet eine unglaubliche Vielfalt für einen Pflanzenfresser wie mich. In den tropischen Gefilden wachsen problemlos Ananas, Papaya, Bananen, Mango und Avocados. Auch einige Höhenzüge und Vulkantäler mit frühlingshaftem Klima gibt es und somit wird man ohne große Lieferwege mit frischem Gemüse und mit Kräutern versorgt.
Natürlich könnte ich meine Früchte und das Grünzeug auch im Supermarkt kaufen, aber erstens ist es da teurer und zweitens bringt man mich dort um das Vergnügen mit den Händlern um die Preise zu feilschen. Nicht, dass sie noch niedriger sein müssten...es ist einfach Prinzipsache.
Gott sei Dank sind wir Frühaufsteher und schlafen auch ohne Wecker am Sonntag gerade mal bis 6.30 Uhr aus. Spätestens 7.30 Uhr kommen wir dann auf dem Markt an, löhnen am Eingang 25 Dollarcent Eintritt und fahren mit dem Auto direkt vor die einzelnen Verkaufshallen und Stände. Los geht es mit meinem Lieblingshändler in der Gemüsehalle. Üblicherweise kaufe ich dort Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten, Zucchini, Gurken, Rote Beete, Brokkoli, Paprika, Tomaten, Chayote (sieht aus wie eine Birne, schmeckt wie Kartoffel und wird auch so zubereitet), Blumenkohl und Avocado.
Weiter geht es zu den Ständen mit den Piñas, den Ananas. In der Regel gibt es drei, manchmal vier verschiedene Größen. Kleine Ananas bekommt man bereits für 50 Cent, die mittleren für 75 Cent und die großen gibt es für einen Dollar. Wie überall bestimmt auch hier das Angebot den Preis und so kann es passieren, dass ich den Händler meiner Wahl schon mal zusammenstauche, weil er mir für eine große Ananas 1,25 Dollar abknöpfen will. Danach geht es zu den Melonenverkäufern. Hier kaufe ich grundsätzlich nur eine Melone, wenn man mir anhand eines aufgeschnittenen Exemplares die Qualität und Reife demonstriert.
Von dort aus geht es zu den Zitrusfrüchten...20 Limetten für einen Dollar - ich kaufe grundsätzlich nur die "Nacionales". Ich brauche keine schönen Bilderbuchlimetten aus Brasilien, die man zuweilen mit zum Angebot hinzufügt.
Gleich daneben stehen die Lieferwagen mit den Orangen, die man hier säckeweise kaufen kann. Bei den Orangen handelt es sich um leicht säuerliche gelb-grüne Saftorangen, die eben einen hervorragenden Saft geben. Ein Sack mit rund 60 Orangen wiegt 22kg und kostet 4 Dollar...
Von April bis Juli findet man hier auch die Mangoverkäufer. Leider beschränkt sich die Mangozeit wie die Erdbeerzeit in Deutschland auf einen bestimmten Zeitraum im Jahr. Meine Mango muss ich allerdings nicht auf dem Mercato kaufen, da ich in meiner direkten Wohnumgebung zahlreiche Mangobäume stehen habe. Mit einem, aus Deutschland importierten Apfelpflücker holen wir uns dann die leckersten Früchte vom Baum.
Aber weiter zum Markt. Mein Weg führt mich nun zu den Ständen mit dem "Grünzeug". Hier kaufe ich Spinat, Pak Choi, Petersilie, Okras, aber auch Auberginen, Süßkartoffeln, Knoblauch und Ingwer. Gleich daneben steht mein Lieblingsstand mit Maracuja. Panamaische Maracuja haben die Größe einer Kartoffel und sind sehr saftig und leicht säuerlich. Man verwendet sie ebenfalls für Saft, bzw. ich habe sie sehr gern in meinem morgendlichen Müsli. Bei 60 Cent pro Pfund greif ich auch gern mal kräftig zu.
An der nächsten Ecke finde ich eine gute Auswahl an Kürbissen - rund ums Jahr!! Hier könnte ich auch Otoe oder Yucca kaufen, aber leider habe ich mich mit diesen Lebensmitteln noch nicht genügend beschäftigt, um diese in meinen täglichen Speiseplan aufzunehmen.
Apropos täglich, das schafft beispielsweise die Papaya. Der Händler meiner Wahl verfügt über eine erstaunliche Vielfalt und unterschiedliche Größen an Papayas. Ich liebe die Riesenpapaya - sie reicht bei uns mindestens eine Woche.
Bevor wir den Markt verlassen, gönnen wir uns am Zuckerrohrsaftstand einen frisch gepressten Zuckerrohrsaft. Dieser Saft schmeckt allerdings wirklich nur direkt frisch aus der Presse. Abgefüllt in einer Plastikflasche, verliert er ziemlich schnell sämtliche Enzyme und wahrscheinlich auch Geschmacksstoffe und schmeckt daher nicht annährend mehr so gut, wie frisch gepresst.
Beim Verlassen des Marktes kommen wir noch an den großen LKWs mit den Kochbananen vorbei. Diese gehören neben Yucca zu den Zutaten, die täglich auf dem panamaischen Teller landen. Je nach Lust und Laune nehmen wir uns auch noch sechs Platanos für einen Dollar mit.
Vollgepackt und zutiefst beglückt geht es dann wieder nach Hause. Der Einkauf auf dem Mercato ist eine Sache, die ich einfach nicht mehr missen möchte. Frisches Gemüse, rund ums Jahr zu beschämend niedrigen Preisen ist für mich ein absolutes Plus. Wahrscheinlich stammt das Gemüse nicht automatisch aus organischem Anbau. Aber die Tatsache, dass auch Raupen in Broccoli und Blumenkohl zu finden sind, ist als Zeichen dafür, dass kaum Chemie beim Anbau verwendet wird, zu werten.
Klar vermisse ich gelegentlich Äpfel oder wie im deutschen Sommer Himbeeren oder Heidelbeeren. Wenn mich da der Appetit überkommt, fahre ich zu "Foodies" in die Punta Paitilla. Der Besitzer, ein Chinese, besorgt diese Luxusgüter problemlos - so dass ich deswegen auch nicht "leiden" muss.
Also: Viva Panamá!!

Keine Kommentare:

Kommentar posten